Bodenwellen, tiefe Löcher und ausgewaschene Stellen schluckt der Raptor erstaunlich gelassen. Selbst bei höherem Tempo wirkt das Fahrwerk kaum gefordert.
Noch mehr Spaß macht im Praxistest das Fahren im Sand. Dafür besitzt der Raptor den sogenannten Baja-Modus. Der Name stammt von den berühmten Wüstenrennen auf der mexikanischen Halbinsel Baja California. Der Modus macht seinem Namen alle Ehre: Das Auto reagiert schärfer aufs Gas, die Automatik hält die Gänge länger und die Elektronik erlaubt mehr Schlupf an den Rädern. Statt den Bronco ständig einzubremsen, lässt sie ihn förmlich mit dem Sand spielen.
Auf felsigem Untergrund lässt sich der Raptor sehr kontrolliert bewegen. Seine großen Räder rollen leicht über Hindernisse, die Bodenfreiheit schafft den nötigen Platz darunter. Auf starken Unebenheiten federn die Räder weit ein und aus, damit sie länger Kontakt zum Boden halten.
Für schwierige Passagen bringt der Raptor weitere technische Helfer mit. Verlieren einzelne Räder den Halt, sorgen Differenzialsperren weiter für Vortrieb. Wird es besonders knifflig, übernimmt auf Wunsch „Trail Control“. Das System funktioniert vereinfacht wie ein Tempomat fürs Gelände: Es regelt Gas und Bremse, während sich der Fahrer ganz auf die passende Linie konzentrieren kann.
Die größte Stärke des Bronco Raptor ist der Wechsel zwischen völlig unterschiedlichen Welten. Eben noch vorsichtig über Felsen, kurz darauf mit ordentlich Tempo über Schotter oder Sand. Ganz ohne Kompromisse gelingt das allerdings nicht. Vor allem seine enorme Breite kann im Gelände zum Problem werden. Zwischen Bäumen oder Felsen ist ein schmalerer Geländewagen oft die praktischere Wahl.